Zum Hauptinhalt springen
Docs

Betreiber-Handbuch

Brane AIF Handbuch

2026-07-22

Dieses Handbuch richtet sich an Administratorinnen und Administratoren, die eine Brane-AIF-Appliance in Betrieb nehmen und betreiben. Es führt von der Inbetriebnahme über Konfiguration und täglichen Betrieb bis zu Sicherheit, Datenschutz und Compliance.

1. Inbetriebnahme

Ihre Brane AIF Appliance ist fertig konfiguriert und sofort einsatzbereit. Drei Schritte genügen.

1

Anschließen

Verbinden Sie die Appliance mit Strom (mitgeliefertes Netzteil) und Netzwerk (Ethernet-Kabel in Ihren Switch oder Router).

2

Einschalten

Drücken Sie den Power-Button. Die Appliance startet in ca. 90 Sekunden — alle Services starten automatisch.

3

Browser öffnen

Öffnen Sie http://brane-aif.local in Ihrem Browser. Alternativ: Scannen Sie den QR-Code auf der Rückseite der Appliance.

Netzwerk-Anforderungen

Anforderung Details
Ethernet RJ45, 100 Mbit/s oder schneller
DHCP Automatische IP-Zuweisung (Standard in den meisten Netzwerken)
Internet Optional — nur für Cloud-Modelle, Tunnel und Updates
Eingehende Ports Keine (bei Cloudflare Tunnel)
Ausgehende Ports 443 (HTTPS) für Cloud-APIs und Updates
WLAN Nicht unterstützt — bitte Ethernet verwenden

Note

Appliance nicht erreichbar?

Falls brane-aif.local nicht funktioniert: Prüfen Sie, ob Ihr Computer im gleichen Netzwerk ist. Alternativ finden Sie die IP-Adresse der Appliance in Ihrem Router unter „Verbundene Geräte“ (Hostname: brane-aif).

Netzwerk-Voraussetzungen

Damit Ihre Appliance beim Eintreffen sofort startklar ist, klären Sie die folgenden Netzwerk-Punkte vorab mit Ihrer IT. Genau diese Angaben fragt das Onboarding-Formular ab — Sie können sie also in Ruhe vorbereiten. Was noch offen ist, lassen Sie einfach frei.

Konnektivität

Zwei Betriebsmodelle stehen zur Wahl:

Modell Bedeutung
Mit Internet (geroutet) Ausgehende HTTPS-Verbindung für Cloud-Modelle, Updates und den Management-Tunnel. Eingehende Ports bleiben geschlossen.
Air-Gapped (offline) Vollständig ohne Internet. 100 % lokale Verarbeitung, manuelle Updates. Maximale Datenhoheit.

IP-Adresse & DNS

Im Auslieferungszustand bezieht die Appliance ihre Adresse per DHCP. Für den Produktivbetrieb empfehlen wir eine statische Konfiguration:

Feld Beschreibung Beispiel
Statische IP Feste Adresse der Appliance im Firmennetz 10.0.1.20
Gateway Standard-Gateway Ihres Netzes 10.0.1.1
DNS-Server Interner oder externer Namensauflöser 10.0.1.1, 9.9.9.9
FQDN Voll qualifizierter Name, unter dem die Box erreichbar ist ki.ihre-firma.de
NTP-Server Zeitabgleich (wichtig für Zertifikate & Audit-Logs) pool.ntp.org

Firewall & Ports

Brane AIF kommt mit minimalen Anforderungen aus — in der Regel müssen keine eingehenden Ports geöffnet werden.

Richtung Port Zweck
Eingehend Keine (bei Cloudflare Tunnel). Optional 443 intern für den Zugriff im LAN.
Ausgehend 443 (HTTPS) Cloud-APIs (falls genutzt), Update-Registry ghcr.io, Management-Tunnel

TLS & Zertifikate

Wählen Sie, wie die Verbindung verschlüsselt wird (Details siehe Netzwerk & HTTPS):

  • Cloudflare Tunnel — empfohlen, kein offener Port, automatisches HTTPS
  • Let’s Encrypt — kostenlose Zertifikate, benötigt öffentlichen DNS-Namen
  • Eigenes Zertifikat — aus Ihrer internen PKI
  • Selbstsigniert — nur für interne Tests

Cloud-API-Key (optional)

Nur wenn Sie Cloud-Modelle nutzen möchten: Halten Sie einen API-Key bereit — am einfachsten einen OpenRouter-Key (ein Schlüssel für alle Anbieter, siehe API Keys einrichten). Im Modus „Nur lokal“ ist kein Key nötig.

Note

Direkt ins Formular

Alle hier genannten Punkte werden im Onboarding-Formular abgefragt. Sie müssen nichts vorab installieren — offene Punkte klären wir gemeinsam bei der Inbetriebnahme.

2. Setup Wizard

Beim ersten Zugriff startet automatisch der Setup Wizard. Er führt Sie in 6 Schritten durch die Konfiguration. Alle Einstellungen können später im Admin-Dashboard geändert werden.

Step 1: Unternehmen

  • Firmenname — Erscheint auf der Login-Seite, im Chat und im System-Prompt
  • Firmenlogo — Eigenes Logo hochladen (PNG oder SVG)
  • Sprache — Deutsch, English oder Français
  • Modus — Enterprise (mit Login, empfohlen) oder Stateless (ohne Login, für Tests)

Warning

Wichtig

Der Modus kann nachträglich nur per Werks-Reset geändert werden. Wählen Sie für den Produktivbetrieb immer „Enterprise“.

Step 2: Administrator

  • Admin E-Mail — Ihre Anmelde-Adresse (kann nicht geändert werden)
  • Passwort — Mindestens 8 Zeichen
  • SSO — Optional hier oder später konfigurieren (siehe Abschnitt 4)

Step 3: KI-Konfiguration

Das Herzstück: Welche KI-Modelle und wie wird geroutet.

Lokales Modell

Ihr vorinstalliertes On-Premise-Modell wird automatisch erkannt. Falls nicht: Klicken Sie den Refresh-Button oder geben Sie den Modellnamen manuell ein.

Cloud-Modell (optional)

Ergänzend zum lokalen Modell können Sie ein Cloud-Modell konfigurieren. Wählen Sie Ihren Provider und das gewünschte Modell:

Provider Empfohlenes Modell Weitere Optionen
OpenAI GPT-4.1 Mini GPT-4.1, GPT-4o, o4-mini, o3
Anthropic Claude Sonnet 4.5 Claude Opus 4.6, Claude Haiku 4.5
Google Gemini 2.5 Flash Gemini 2.5 Pro
Mistral Mistral Small Mistral Large, Pixtral Large
xAI Grok 3 Fast Grok 3, Grok 3 Mini

Routing-Strategie

Bestimmt, wie Anfragen zwischen lokalem und Cloud-Modell verteilt werden:

  • Nur lokal (Local Only) — Kein Cloud-Zugriff. Keine API Keys nötig. Maximale Datensouveränität.
  • Lokal bevorzugt (Local Preferred) — Cloud nur für komplexe Aufgaben. Beste Balance aus Sicherheit und Qualität.
  • Cloud bevorzugt (Cloud Preferred) — Cloud für Qualität, lokal bei sensiblen Daten. Guardian schützt PII automatisch.
  • Nur Cloud (Cloud Only) — Immer Cloud. API Keys erforderlich. PII-Schutz bleibt aktiv.

PII-Policy

Was passiert mit persönlichen Daten (Namen, E-Mails, IBANs) bei Cloud-Anfragen?

Policy Verhalten
Smart Anonymization PII wird durch Tokens ersetzt (Max Müller<PERSON_1>), Cloud sieht nur Tokens, Antwort wird mit Originaldaten wiederhergestellt.
Strict Blocking Nachrichten mit PII werden nie an die Cloud gesendet. Automatisch lokale Verarbeitung.

Step 4: Abteilungen

  • Schnellstart-Vorlagen — Allgemein, Fertigung, Finanz, Gesundheit, Recht (fügt typische Abteilungen auf einmal hinzu)
  • Manuell hinzufügen — Beliebige Abteilungsnamen
  • Optional: Sie können Abteilungen auch später im Admin-Panel einrichten

Step 5: Netzwerk

  • Domain — z.B. ai.ihre-firma.de (optional)
  • Zertifikat — Cloudflare Tunnel (empfohlen), Let's Encrypt, Custom oder Self-Signed

Step 6: Zusammenfassung

Alle Einstellungen prüfen. API Keys werden maskiert angezeigt. Mit „Complete Setup“ abschließen — Sie werden zur Login-Seite weitergeleitet.

Tip

Geschafft

Melden Sie sich mit Ihren Admin-Credentials an. Ihre KI-Appliance ist einsatzbereit.

3. API Keys einrichten

API Keys verbinden Ihre Appliance mit Cloud-Modellen. Ohne API Keys funktioniert Brane AIF vollständig lokal — Cloud-Anbindung ist optional.

Note

Wann brauche ich API Keys?

Nur in den Modi Lokal bevorzugt, Cloud bevorzugt oder Nur Cloud. Im Modus Nur lokal werden keine Cloud-Verbindungen aufgebaut.

Empfohlen: OpenRouter (1 Key = alle Modelle)

Der einfachste Weg zur Cloud-Anbindung ist OpenRouter — ein universelles Gateway, das mit einem einzigen API-Key Zugang zu allen großen Anbietern bietet (OpenAI, Anthropic, Google, Mistral, xAI, u.v.m.).

Note

Warum OpenRouter?

Ein Key statt sieben. Sie zahlen nur, was Sie nutzen — keine Abonnements, keine Mindestbeträge. Brane AIF setzt Deny-Data-Collection als Sicherheits-Default; ZDR (Zero Data Retention) lässt sich in den Admin-Einstellungen per Klick aktivieren.

Die OpenRouter-Konfiguration von Brane AIF (Security-First)

Wir setzen automatisch strenge Datenschutz-Defaults:

Setting Wert Bedeutung
ZDR opt-in Als Schalter verfügbar (Admin → Einstellungen): ist ZDR aktiviert, werden nur Endpoints ohne Datenspeicherung genutzt
data_collection deny Kein Training auf Ihren Daten
appName Brane AIF Korrekte Identifikation im OpenRouter Dashboard
usage tracking include Kosten-Transparenz pro Request

Standard-Modell

Die Box wird mit einem kuratierten Katalog geprüfter Modelle ausgeliefert; das Standard-Modell ist openrouter:anthropic/claude-sonnet-4.5. Auf einer Box mit EU-Residency wird der Katalog auf Endpoints gefiltert, die die Datenregion (EU) erfüllen — Modelle ohne konformen EU-Endpoint werden nicht angeboten. openrouter/auto wird bewusst nicht angeboten, da der Auto-Router das EU-Endpoint-Pinning nicht respektiert.

EU-Endpoint (optional)

Für maximale Datenhoheit in Europa können Sie auf den EU-Endpoint umstellen. OpenRouter bietet eu.openrouter.ai — Daten bleiben in der EU. Aktivierbar über Setting cloudResidency: "eu".

OpenRouter einrichten (3 Schritte)

  1. Besuchen Sie openrouter.ai und erstellen Sie einen Account
  2. Gehen Sie zu Settings → Keys und klicken Sie „Create Key“
  3. Key kopieren und in Brane AIF eintragen: Setup Wizard oder Admin-Dashboard → KI → Cloud

Note

Datenschutz-Architektur

Der Guardian von Brane AIF prüft jede Anfrage vor dem Cloud-Request. PII wird lokal erkannt und anonymisiert. OpenRouter erhält nur bereinigte Anfragen. Ist ZDR aktiviert, leitet OpenRouter ausschließlich an Endpoints ohne Datenspeicherung weiter. Vertragsbedingungen: openrouter.ai/terms

Alternative: Direkte Provider-Keys

Wenn Sie direkten Zugang zu einzelnen Anbietern bevorzugen (z.B. für bestehende Unternehmensverträge), können Sie individuelle API-Keys pro Provider hinterlegen.

Unterstützte Provider

OpenAI

sk-...

Key erstellen →

Anthropic

sk-ant-...

Key erstellen →

Google

AI...

Key erstellen →

Mistral

...

Key erstellen →

xAI / Grok

xai-...

Key erstellen →

OpenRouter

sk-or-...

Key erstellen →

Perplexity

pplx-...

Key erstellen →

API Key erstellen

Am Beispiel von OpenAI (bei allen Providern ähnlich):

  1. Besuchen Sie platform.openai.com/api-keys
  2. Klicken Sie „Create new secret key“
  3. Name vergeben (z.B. „Brane AIF“)
  4. Key sofort kopieren — wird nur einmal angezeigt
  5. In Brane AIF eintragen: Setup Wizard (Step 3) oder Admin-Dashboard → Einstellungen

Globale vs. persönliche Keys

Typ Wer konfiguriert Verfügbar für
Globale Keys Administrator Alle Nutzer
Persönliche Keys Einzelner Nutzer Nur der eigene Account

Empfehlung: Starten Sie mit einem globalen OpenRouter-Key (Preset „Einfach“). Nutzer können zusätzlich eigene Keys hinterlegen — persönliche Keys haben Vorrang.

Sicherheit

  • Alle Keys werden mit AES-256-GCM verschlüsselt auf der Appliance gespeichert
  • Der Schlüssel existiert nur auf Ihrer Hardware
  • Keine Daten werden an AI-Z oder Dritte übermittelt
  • Keys können jederzeit gelöscht werden

4. SSO konfigurieren

Single Sign-On: Mitarbeiter melden sich mit bestehenden Unternehmens-Credentials an. Kann im Setup Wizard oder nachträglich im Admin-Dashboard aktiviert werden.

Unterstützte Provider

Azure AD / Entra ID Okta Generic OIDC

Azure AD / Microsoft Entra ID

Ideal für Microsoft 365 Umgebungen.

Einrichtung

  1. Azure Portal → Azure Active Directory → App Registrations → New registration
  2. Name: „Brane AIF“
  3. Redirect URI (Web): https://IHRE-DOMAIN/supabase/auth/v1/callback
  4. Unter Certificates & secrets → New client secret
  5. Werte in Brane AIF eintragen:
  • Tenant ID: UUID Ihres Azure AD Tenants (Azure Portal → Overview)
  • Client ID: Application (Client) ID der App Registration
  • Client Secret: Secret Value (nicht die Secret ID)

Okta

  1. Okta Developer Console → Applications → Create App Integration
  2. OIDC → Web Application
  3. Sign-in redirect: https://IHRE-DOMAIN/supabase/auth/v1/callback
  • Issuer URL: https://your-domain.okta.com/oauth2/default
  • Client ID: z.B. 0oaxxxxxxxxxxxxxxx
  • Client Secret: Aus der Okta App-Konfiguration

Generic OIDC (Keycloak, Auth0 etc.)

  1. Confidential Client erstellen in Ihrem IDP
  2. Redirect URI: https://IHRE-DOMAIN/supabase/auth/v1/callback
  3. Scopes: openid, email, profile
  • Issuer URL: z.B. https://idp.firma.de/realms/main
  • Client ID: Vom IDP generiert
  • Client Secret: Confidential Client Secret

Auto-Create Users

Wenn aktiviert: Nutzer werden bei der ersten SSO-Anmeldung automatisch angelegt.

Warning

Achtung

Bei aktiviertem Auto-Create können sich alle Nutzer aus Ihrem Verzeichnis anmelden. Deaktivieren Sie die Option, wenn Sie Zugänge manuell freigeben möchten.

Login für Ihre Mitarbeiter

Nach SSO-Konfiguration erscheint auf der Login-Seite ein zusätzlicher Button („Mit Microsoft anmelden“, „Mit Okta anmelden“ etc.). Der klassische E-Mail/Passwort-Login bleibt verfügbar.

5. Nutzerverwaltung & Rollen

Nutzer hinzufügen

Mit SSO: Nutzer melden sich direkt an (Auto-Create) oder werden vom Admin freigeschaltet.

Ohne SSO: Mitarbeiter klicken auf der Login-Seite auf „Noch keinen Zugang? Hier anfragen“ und registrieren sich mit E-Mail und Passwort. Der Administrator gibt den Zugang im Dashboard frei.

Rollen-System

Brane AIF unterstützt fünf Rollen mit abgestuften Rechten:

Rolle Zugriff Typisch für
Admin Voller Systemzugriff: alle Abteilungen, Einstellungen, Lizenzen, Zertifikate IT-Abteilung
Dept Admin Eigene Abteilung: Nutzer, Einstellungen, Wissensbasis, Metering Abteilungsleiter
Trainer Chat-Zugriff plus Schulungsfunktionen für Onboarding und Trainings Interne und externe Trainer
Viewer Nur-Lesen: Audit Trail, Metering, Compliance Datenschutzbeauftragter, Auditor
User Chat mit den Regeln seiner Abteilung Mitarbeiter

Admin-Dashboard

Unter /admin/users können Sie:

  • Nutzer anlegen, deaktivieren oder löschen
  • Zugangsanfragen genehmigen oder ablehnen
  • Rolle aus Dropdown zuweisen: User / Trainer / Dept Admin / Viewer / Admin
  • Abteilung pro Nutzer zuweisen
  • Übersicht aller Nutzer und letzter Login

Limits

Limit Standard Änderbar
Nachrichten pro Tag (angemeldet) 1.000, davon max. 500 an Premium-/Pro-Modelle — (zusätzlich kurze Burst-Bremse bei sehr vielen Nachrichten in Folge)
Datei-Uploads pro Tag 500 Nein (fester Standardwert)

6. Abteilungen

Abteilungen sind eine schlanke Möglichkeit, Ihre Nutzer zu gruppieren — skalierbar und ohne komplizierte Einzel-Regler. Eine Abteilung bündelt Mitglieder, verwaltet ihre Abteilungs-Admins und kann bei Bedarf als reine On-Premise-Gruppe geführt werden. Das eigentliche Schutzverhalten (Routing, PII, Firmenregeln) steuern Sie zentral über den Perimeter (Kapitel 12) — nicht pro Abteilung, damit die Datengrenze an einer Stelle nachvollziehbar bleibt.

Abteilung anlegen

Unter /admin/departments legen Sie Abteilungen an und verwalten sie:

  1. Name eingeben (z. B. „HR“, „Engineering“, „Legal“)
  2. Optional eine kurze Beschreibung
  3. Optional den Schalter „Nur lokal“ (local_only) aktivieren

Der einzige Policy-Schalter: „Nur lokal“

Ist „Nur lokal“ aktiv, bleiben alle Anfragen der Abteilungsmitglieder ausschließlich auf der Box — kein Cloud-Modell, unabhängig von der globalen Routing-Einstellung. Das ist bewusst der einzige Regler auf Abteilungsebene: eine Airgap-Gruppe für besonders sensible Bereiche. Es gibt keine pro-Abteilung-Overrides für Routing-Modus, PII-Richtlinie, Cloud-Modell oder Datenrichtlinie mehr — diese Hebel leben zentral im Perimeter (Kapitel 12).

Mitglieder & Abteilungs-Admins

Auf der Abteilungsseite sehen und verwalten Sie die Mitglieder direkt (hinzufügen / entfernen). Wer eine Abteilung eigenständig betreuen soll, bekommt in der Benutzerverwaltung (Kapitel 5) die Rolle Dept Admin — Rollen werden dort vergeben, nicht doppelt in der Abteilungsansicht. Löschen einer Abteilung ist blockiert, solange ihr noch Mitglieder zugeordnet sind.

Note

Sichtbarkeit von Dokumenten

Die Stufe „Nur Abteilung“ im Dokument-Upload erscheint erst, sobald mindestens eine Abteilung existiert — so bleibt der Upload-Dialog schlank, solange Sie keine Abteilungen nutzen.

7. Datenspeicherung

Konform zu DSGVO Art. 5(1)(e) (Speicherbegrenzung). Stellen Sie ein, wie lange Chat-Daten aufbewahrt werden.

Drei Modi

Modus Was passiert Empfohlen für
Unbegrenzt Alle Chats bleiben gespeichert Entwicklung, interne Tools
Automatisch löschen Chats werden nach N Tagen gelöscht (konfigurierbar: 1-3650) Standard-Enterprise-Nutzung
Nicht speichern (Ephemeral) Nachrichten nur im Browser, keine Datenbank HR, Legal, sensible Bereiche

Ephemeral-Modus — der stärkste Datenschutz

Im Ephemeral-Modus werden keine Nachrichten gespeichert — weder in der Datenbank noch im Audit Log. Der Nutzer sieht einen Hinweis im Chat: „Dieser Chat wird nicht gespeichert“. Beim Schliessen des Browsers ist die Konversation weg.

Rechtlich: Ephemeral ist DSGVO-Gold-Standard (Datenminimierung Art. 5(1)(c)) und erfüllt Art. 50 EU AI Act (Transparenz). Keine Aufbewahrungspflicht für allgemeine KI-Chats in Deutschland.

Empfehlungen für die Wahl des Modus

Der Retention-Modus gilt global für die gesamte Box — der einzige Schalter pro Abteilung ist „Nur lokal“ (Kapitel 6). Als organisatorische Orientierung, welcher Modus zu welchen Inhalten passt:

  • HR-lastige Nutzung: Ephemeral (Gehaltsgespräche, Bewerbungen — verschwinden sofort)
  • Engineering-lastige Nutzung: 90 Tage (Code-Reviews, technische Fragen — kurze History)
  • Legal-lastige Nutzung: Unbegrenzt (Vertragsprüfungen — revisionssicher)

8. Täglicher Betrieb

8.1 Admin-Dashboard

Unter /admin sehen Sie auf einen Blick:

  • Systemstatus — Operational / Degraded / Error + Uptime
  • Registrierte Nutzer — Anzahl aktiver Accounts
  • Datenbank-Status — Online/Offline
  • Lokales LLM — Bereit/Offline + Modellname
  • Guardian Policy — Routing-Modus und PII-Policy

8.2 Einstellungen ändern

Alle Setup-Wizard-Einstellungen können nachträglich im Admin-Dashboard unter /admin/settings geändert werden:

  • Routing-Modus & PII-Policy wechseln
  • Lokales oder Cloud-Modell ändern
  • API Keys hinzufügen oder entfernen
  • SSO aktivieren/deaktivieren
  • PII-Erkennungsstufe anpassen

8.3 Netzwerk & HTTPS

Für den Zugriff außerhalb des lokalen Netzwerks und HTTPS-Verschlüsselung:

Cloudflare Tunnel

Zero-Config HTTPS. Keine Ports öffnen. Tunnel-Token unter dash.cloudflare.com → Zero Trust → Tunnels erstellen und in den Admin-Einstellungen eintragen.

Let's Encrypt

Kostenlose Zertifikate. Erfordert Port 80/443 offen und DNS auf die Appliance.

Custom Certificate

Eigene .crt/.key von Ihrer PKI.

Self-Signed

Nur intern/Test. Browser zeigt Warnungen.

9. Backup & Updates

Backup erstellen

Brane AIF erstellt automatische Backups. Zusätzlich empfehlen wir regelmäßige manuelle Sicherungen auf ein externes Medium.

Note

Was wird gesichert?

  • Alle Chats, Nutzerkonten und Dokumente
  • Hochgeladene Dateien
  • Konfiguration und API Keys (verschlüsselt)

Updates

Updates werden von AI-Z verwaltet: Wir liefern signierte Images und installieren sie remote — bei Air-Gapped-Boxen erfolgt die Installation vor Ort. Vor jedem Update erhalten Sie eine Vorankündigung sowie kundenlesbare Release Notes. Nach der Installation startet die Appliance automatisch neu (Downtime: unter 1 Minute).

Alle Daten, Einstellungen und API Keys bleiben beim Update erhalten.

Warning

Vor jedem Update

Erstellen Sie ein Backup. Bei Problemen können Sie so jederzeit auf den vorherigen Stand zurückrollen.

10. Sicherheitsarchitektur

Sechs ineinandergreifende Sicherheitsschichten schützen Ihre Daten — automatisch, ohne manuellen Eingriff.

Architektur

Ihr Browser | Reverse Proxy — HTTPS & Zertifikate ───── :443 | Web-App — Chat-Interface & Admin ────── :3000 | | Guardian Core Datenbank PII · Routing · Audit PostgreSQL + RLS + Vektor-Suche | vLLM — Lokale KI-Verarbeitung | GPU-Inferenz

Guardian Core — Automatische Datenklassifikation

Jede Benutzernachricht durchläuft den Guardian, bevor sie verarbeitet wird. Er entscheidet in Echtzeit: Lokal verarbeiten, Cloud mit Anonymisierung, oder blockieren.

Phase 1: Hard Constraints (< 1 ms)

  • Bild-Inhalte werden lokal ausgelesen und wie Text geprüft — sensible Funde erzwingen lokale Verarbeitung
  • Chat bereits sensitiv? → LOKAL (Conversation Lock)
  • Modus = „Nur lokal“? → LOKAL
  • Kein Cloud-API-Key? → LOKAL

Phase 2: PII Detection (< 200 ms)

  • Regex-Scan (23 Kategorien) + ML-Scan (NER-Modell, lokal) + LLM-Scan (kontextbasiert)

Phase 3: Routing-Entscheidung

  • Kein PII gefunden? → Cloud erlaubt
  • PII + Policy „Block“? → LOKAL erzwungen
  • PII + Policy „Anonymize“? → Cloud mit Anonymisierung
  • Unsicherheit? → LOKAL (Fail-Safe)

Warning

Sicherheitsinvarianten — nicht abschaltbar

  • Im Zweifel wird lokal verarbeitet — erkannte PII verlässt das System nur anonymisiert.
  • Einmal sensitiv = immer lokal. Sobald ein Chat PII enthält, bleibt die gesamte Konversation auf der lokalen Infrastruktur (Conversation Lock).
  • Fail-Safe: Bei Fehlern, Timeouts oder unsicherer Erkennung wird immer lokal verarbeitet.

Erkannte PII-Kategorien (23 Typen in 7 Gruppen)

Gruppe Kategorien Erkennung
Identität Personennamen, Geburtsdaten, Pass- & Sozialversicherungsnummern KI + Regex
Kontakt E-Mail, Telefon, Postadressen KI + Regex
Finanzen IBAN, Kontonummern, Kreditkarten Regex
Deutsche Unternehmens-IDs Steuernummern, USt-IDs, Handelsregister, Versicherungsnummern KI + Regex
Digital Passwörter, API-Keys, IP-Adressen Regex
Organisation & Kontext Firmennamen, sensibler Geschäftskontext KI
Besondere Kategorien (Art. 9 DSGVO) Gesundheitsdaten, politische Meinung, Religion, ethnische Herkunft KI

Smart Redaction — Pseudonymisierung

Wenn Daten an einen Cloud-Anbieter gesendet werden, sieht dieser ausschließlich typisierte Tokens — niemals Originaldaten.

EINGABE (Benutzer):
  "Bitte kontaktiere Max Müller unter max@firma.de, IBAN DE89 3704 0044 0532 0130 00"

NACH ANONYMISIERUNG (was die Cloud sieht):
  "Bitte kontaktiere <PERSON_1> unter <EMAIL_1>, IBAN <IBAN_1>"

NACH REHYDRATION (was der Benutzer sieht):
  "Ich habe Max Müller unter max@firma.de kontaktiert."

In-Memory-Mapping — verschlüsselt gespeichert

Die Zuordnung Token ↔ Originalwert lebt im Arbeitsspeicher. Für Konsistenz über Gesprächsrunden wird sie zusätzlich AES-256-GCM-verschlüsselt abgelegt und beim Löschen des Chats bzw. durch den Retention-Job entfernt.

Cross-Message-Konsistenz

Innerhalb einer Konversation erhält derselbe PII-Wert immer dasselbe Token. max@firma.de → immer <EMAIL_1>.

Rehydration < 5 ms

Bidirektionale O(1)-Lookups. Kein ML-Modell involviert. Fuzzy Matching für KI-veränderte Token-Formate.

Overlap-Schutz

max.mueller@gmail.com wird nicht gleichzeitig als PERSON und EMAIL erkannt — die genaueste Kategorie gewinnt.

Verschlüsselung

Ebene Standard Was wird geschützt
Datenbank (at rest) AES-256-GCM API Keys, Benutzerschlüssel, sensitive Konfiguration
Netzwerk (in transit) TLS 1.2/1.3 Alle Verbindungen zwischen Client, Anwendung, Datenbank
Datenbank-Zugriff Row Level Security Jeder Benutzer sieht nur eigene Daten — auf Datenbankebene erzwungen
Schlüssel-Management Environment Variables Encryption Keys niemals in der Datenbank — nur als Umgebungsvariablen

Datenisolation

Physische Isolation

Alle Daten auf lokaler Infrastruktur. KI-Inferenz läuft lokal. System funktioniert vollständig ohne Internet (Air-Gap-fähig). Kein Telemetrie-Upload.

Logische Isolation

Row Level Security: Jeder Nutzer sieht nur eigene Daten. RBAC: Strikte Trennung Admin/User/System. Mandantenfähig; Nutzer- und Stream-Kapazität richtet sich nach der Lizenzstufe (siehe FAQ).

Audit & Nachvollziehbarkeit

Jede Routing-Entscheidung dokumentiert (Lokal/Cloud, Begründung, Flags). Audit Logs sind immutable — nachträglich nicht änderbar. Kein PII in den Logs.

Recht auf Löschung

Cascading Deletes: Löscht ein Benutzer seinen Account, werden alle Nachrichten, Dokumente und Vektoren unwiderruflich entfernt.

11. Admin-Regler & Policy Tester

Der Administrator steuert das gesamte Schutzverhalten über fünf aufeinander aufbauende Regler. Kein Code, kein Terminal — alles über das Admin-Dashboard.

Entscheidungshierarchie

Routing-Strategie             "Darf Cloud überhaupt genutzt werden?"
└─ AI Interaction Firewall    "Ist dieser Inhalt sensibel?"
   ├─ Detection Sensitivity   "Wie streng urteilen?"
   ├─ Enterprise Policy       "Welche Sonderregeln hat die Firma?"
   └─ PII Cloud Policy        "Was tun, wenn sensibel? (Block vs. Anonymize)"
Regler Was der Admin sieht Was intern passiert
Routing Strategy 4 Modi: Nur lokal → Lokal bevorzugt → Cloud bevorzugt → Nur Cloud Bestimmt, ob Cloud überhaupt als Ziel in Frage kommt
Detection Sensitivity Low / Standard / High Ändert die Instruktion an die KI. Bei "High": "Sei besonders vorsichtig — lieber einmal zu viel als zu wenig."
Enterprise Policy Freitext in natürlicher Sprache Firmenrichtlinie wird direkt in die KI-Instruktion eingebettet — kontextuelles Verständnis
PII Cloud Policy Anonymisieren vs. Blocken Was passiert nachdem sensible Daten erkannt wurden

Note

Alle Datenkategorien sind dauerhaft aktiv

Frühere Versionen hatten Einzel-Toggles pro PII-Kategorie. Die wurden bewusst entfernt: Alle Kategorien (Namen, Kontaktdaten, IBAN, Steuernummern, Gesundheitsdaten …) werden immer erkannt und lassen sich nicht abschalten — ein Sicherheitsschalter, den man versehentlich herunterdrehen kann, ist kein Sicherheitsschalter. Was Sie steuern, ist die Empfindlichkeit und die Firmenregel, nicht das Abschalten der Erkennung.

Enterprise Policy — Firmenspezifische Regeln

Die Enterprise Policy ist der mächtigste Regler. Statt vordefinierter Kategorien beschreibt die Firma in natürlicher Sprache, was für sie sensibel ist. Die KI interpretiert diese Regeln kontextuell bei jeder Nachricht.

Finanzdienstleister

"Finanzdaten (Umsatz, Kosten, Margen, Forecasts) sowie Kundennamen und Portfoliodaten dürfen unter keinen Umständen die Box verlassen. Regulatorische Anfragen (BaFin, MaRisk) sind immer lokal zu verarbeiten."

Automobilzulieferer

"Alle Informationen zu Projekt Aurora, Bauteilnummern (Format: XX-YYYY-ZZZ), Werkzeugdaten und OEM-Korrespondenz sind vertraulich. Allgemeine technische Fragen dürfen Cloud nutzen."

Personaldienstleister

"Bewerberdaten, Gehaltsinfos, Mitarbeiterbewertungen und interne Organigramme sind immer sensibel. Allgemeine HR-Fragen zu Arbeitsrecht dürfen Cloud nutzen."

Forschungseinrichtung

"Unveröffentlichte Forschungsergebnisse, Patentanmeldungen und Fördermittelanträge sind streng vertraulich. Literaturrecherche ist unproblematisch."

Integrierter Policy Tester

Der Admin muss nicht raten, ob seine Richtlinie funktioniert. Direkt im Dashboard befindet sich ein Policy Tester, der die echte Guardian-Pipeline ausführt.

Schritt 1: Richtlinie schreiben & speichern — Enterprise Policy: „Finanzdaten dürfen nie die Box verlassen“ · Sensitivity: High · PII-Policy: Anonymize

Schritt 2: Beispiel-Nachricht eingeben & testen — z. B. „Unser Umsatz betrug 4,2 Mio EUR im Q3“

Schritt 3: Sofort-Ergebnis ablesenLOKAL VERARBEITET · Grund: Enterprise Policy (Finanzdaten) · Flags: sensitive_context · Settings: Cloud bevorzugt, High, Anonymize

Tip

Kein Simulator — echte Pipeline

Der Policy Tester führt exakt denselben Code-Pfad aus wie eine reale Benutzeranfrage. Wenn der Tester "Lokal" sagt, geht es auch im echten Chat lokal.

Empfohlener Einrichtungs-Workflow

  1. Routing Strategy wählen — für die meisten Unternehmen: Cloud bevorzugt
  2. Detection Sensitivity setzen — High für regulierte Branchen, Standard für allgemeine Nutzung
  3. Enterprise Policy formulieren — firmenspezifische Vertraulichkeitsregeln in eigenen Worten
  4. Policy Tester nutzen — 5–10 typische Nachrichten testen (sensible + harmlose)
  5. PII Cloud Policy festlegen — Anonymize für maximale Cloud-Nutzung bei vollem Schutz
  6. System für Mitarbeiter freischalten

Websuche: On-Box oder extern

Ist die Websuche aktiviert, wählen Sie unter Admin → KI & Cloud → Websuche das Such-Backend. Die On-Box-Suche (SearXNG) läuft als souveräne Metasuche direkt auf der Appliance — Anfragen gehen ohne Konto- und Nutzerkontext an die Suchmaschinen. Alternativ steht Exa als externer semantischer Suchdienst (USA) bereit; dabei werden erkannte personenbezogene Daten aus der Anfrage entfernt, bevor sie die Box verlässt. In beiden Fällen kennzeichnet der Assistent websuche-gestützte Aussagen mit nummerierten Quellenverweisen [1], [2] …, die der angezeigten Quellenliste entsprechen; der Tiefgang-Modus recherchiert tiefer — mehr Quellen und ausführlichere Inhalte pro Suche.

12. Perimeter — Datengrenze im Überblick

Der Perimeter (unter /admin/perimeter) beantwortet auf einem Bildschirm die Frage, die jeder Auditor und jeder Betriebsrat zuerst stellt: „Was verlässt diese Box — zu wem, unter welchen Bedingungen?“ Er bündelt die Datengrenze-Regler, die früher über mehrere Reiter verstreut waren, an einem Ort — steuerbar und nachweisbar.

Klartext-Zusammenfassung

Oben steht die aktuelle Haltung in ganzen Sätzen, live aus den echten Einstellungen erzeugt (nicht handgeschrieben, kann also nie von der Wirklichkeit abweichen). Zum Beispiel: „Persönliche Daten werden vor der Cloud tokenisiert · Alle Erkenner sind aktiv · Bei Unsicherheit bleibt alles lokal · Ausgehender Verkehr nur zu voreingestellten Anbieter-Hosts.“ Ändern Sie unten einen Regler, formuliert sich der Satz sofort neu.

Die drei Hebel-Karten

Karte Was Sie steuern
Ausgehender Verkehr & Region Routing-Modus, Websuche-Politik, Cloud-Region (EU/US/global — wirksam auf dem OpenRouter-Pfad) und die Allowlist erlaubter Ziel-Hosts
PII-Schutz Blockieren vs. Anonymisieren und die Erkennungs-Empfindlichkeit
Unternehmensregeln Die aktiven Firmenregeln (Cognitive Judge) — nur-lesend hier, plus ein Prompt-Tester, der eine Beispielnachricht durch die echte Guardian-Pipeline schickt und LOKAL / CLOUD / ANONYMISIERT anzeigt

Der Umgang mit sensiblen Daten in der Antwort (Output-DLP) folgt automatisch der PII-Policy: „Anonymisieren“ → redigieren, „Blocken“ → blocken. Ein separater Regler — oder ein „Aus“ — existiert bewusst nicht.

Fest verdrahtet — Vertrauen durch Garantien

Unter den Reglern steht ein Streifen mit dem, was nicht abschaltbar ist: alle PII-Erkenner laufen immer, bei jedem Fehler/Timeout/Zweifel wird lokal verarbeitet (Fail-safe-to-LOCAL), und der Cognitive Judge lässt sich nicht deaktivieren. Eine harte Ablehnung („Aus Sicherheitsgründen nicht verarbeitet“) erfolgt nur bei einem Block-Urteil mit hoher Konfidenz — in unklaren Fällen antwortet die Box normal, verarbeitet aber grundsätzlich lokal, sodass nichts Unsicheres die Box verlässt. Das Prinzip des ganzen Bildschirms: die Richtlinie steuern, den Mechanismus sperren.

Perimeter-Nachweis (Export)

Ein Klick erzeugt ein datiertes, druckbares Dokument (Deutsch + Englisch) mit genau denselben Sätzen wie die Zusammenfassung, einer vollständigen Regler-Tabelle und den fest verdrahteten Garantien — für Auditoren und den Betriebsrat. Keine Geheimnisse (keine Schlüssel, keine Tokens) landen im Dokument.

Tip

Jede Perimeter-Änderung wird protokolliert

Änderungen an Routing-Modus, PII-Richtlinie, Region, Failure-Verhalten und Empfindlichkeit landen revisionssicher im Audit-Log. Die Host-Allowlist wird dabei nur als Anzahl vermerkt — die konkreten Hostnamen (Ihre Egress-Topologie) bleiben privat.

13. Cloud-Anbieter & Datenrichtlinien

Wenn Sie einen API Key hinterlegen, kommuniziert die Box direkt mit dem Cloud-Anbieter. Hier ist, was die Anbieter vertraglich zusichern — und wo die Grenzen liegen.

Caution

Warum Brane AIF dennoch anonymisiert

Selbst wenn ein Cloud-Anbieter vertraglich zusichert, Daten nicht für Training zu verwenden, bleiben Restrisiken: (1) Abuse-Monitoring-Daten werden bis zu 55 Tage gespeichert. (2) Gerichtliche Anordnungen können Anbieter zur Speicherung zwingen (OpenAI musste dies 2025 offenlegen). (3) Bei einem Datenleck wären Ihre PII betroffen. Die Anonymisierung reduziert diese Risiken drastisch — der Anbieter sieht nur Tokens.

OpenAI (GPT-4o, GPT-5, o3, etc.)

Aspekt Details
Training mit API-Daten Nein — standardmäßig kein Training mit API-Daten
Daten-Retention 30 Tage — Inputs & Outputs für Abuse-Monitoring
Zero Data Retention Verfügbar für Enterprise-Kunden auf Anfrage (nicht Standard)
Zugriff durch Personal Autorisierte Mitarbeiter + Drittanbieter können bei Missbrauchsverdacht auf Daten zugreifen
Datenstandort US (Standard). Europa optional für Enterprise (seit 2026)
AVV/DPA Data Processing Addendum verfügbar (aktualisiert 01.01.2026)
Besonderes Risiko Court Order — OpenAI hat 2025 offengelegt, dass eine gerichtliche Anordnung zur Speicherung bestimmter API-Daten bestand

Anthropic (Claude Opus 4.6, Sonnet, Haiku)

Aspekt Details
Training mit API-Daten Nein — Commercial Terms verbieten Training explizit
Daten-Retention 7 Tage — API-Logs nach 7 Tagen automatisch gelöscht (seit Sep 2025)
Zero Data Retention Verfügbar für Commercial API-Kunden
Consumer vs. Commercial Achtung — Claude Pro/Team (Consumer) trainiert standardmäßig mit Nutzerdaten. Nur API-Kunden sind ausgenommen.
Datenstandort US. EU-Hosting über Amazon Bedrock oder Google Vertex AI
AVV/DPA Commercial Terms mit explizitem Trainingsverbot

Google (Gemini 2.5 Pro, Flash, etc.)

Aspekt Details
Training mit API-Daten Nein — Paid API verwendet Daten nicht für Training
Daten-Retention 55 Tage — Prompts & Outputs für Abuse-Monitoring
Kostenlose API-Stufe Achtung — Die kostenlose Stufe kann Daten für Training verwenden
Zero Data Retention Verfügbar auf Vertex AI (Google Cloud)
Datenstandort Konfigurierbar über Google Cloud Regionen (inkl. EU)
AVV/DPA Google Cloud Data Processing Addendum (CDPA)

Vergleich auf einen Blick

OpenAI Anthropic Google
Training Nein (Standard) Nein (Commercial) Nein (Paid)
Retention 30 Tage 7 Tage 55 Tage
ZDR verfügbar Enterprise only Commercial API Vertex AI
EU-Hosting Enterprise (2026) Via Bedrock/Vertex Vertex Regionen
AVV/DPA Verfügbar Verfügbar CDPA

Warum "Policy by Hardware" überlegen ist

Vertragliche Zusicherung (Cloud-only)

  • Anbieter versprechen, Daten nicht zu verwenden
  • Daten werden dennoch für Abuse-Monitoring gespeichert
  • Gerichtliche Anordnungen können Speicherung erzwingen
  • Bei einem Datenleck sind PII betroffen

Technische Durchsetzung (Brane AIF)

  • Erkannte PII wird durch die Anonymisierung geschützt; im Modus „Nur lokal“ verlässt grundsätzlich nichts die Box
  • Abuse-Monitoring enthält nur Tokens ohne Personenbezug
  • Gerichtliche Anordnungen betreffen nur Platzhalter
  • Compliance-Nachweis liegt vollständig beim Kunden

14. Compliance & DSGVO

Warning

Art. 32 DSGVO — Sicherheit der Verarbeitung

«Unter Berücksichtigung des Stands der Technik [...] treffen der Verantwortliche und der Auftragsverarbeiter geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten [...]»

Konkret verlangt Art. 32 Abs. 1: a) Pseudonymisierung und Verschlüsselung, b) Vertraulichkeit, Integrität und Belastbarkeit, c) rasche Wiederherstellung, d) regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit.

DSGVO-Mapping

Anforderung Umsetzung
Art. 32 Abs. 1 lit. a — Pseudonymisierung Smart Redaction mit typisierten Tokens
Art. 32 Abs. 1 lit. a — Verschlüsselung AES-256-GCM at rest, TLS in transit
Art. 32 Abs. 1 lit. b — Vertraulichkeit Guardian-Routing, PII-Erkennung, Conversation Lock
Art. 32 Abs. 1 lit. b — Integrität Immutable Audit Log, Row Level Security
Art. 32 Abs. 1 lit. d — Überprüfung Policy Tester, Audit Logs, OpenTelemetry
Art. 17 — Recht auf Löschung Cascading Deletes inkl. Vektoren
Art. 25 — Privacy by Design Local-First-Architektur, Fail-Safe zu lokal
EU AI Act — Transparenz Modell-Kennzeichnung, Routing-Begründung im UI

TISAX-kompatibel

Im High-Confidentiality-Modus erzwingt das System lokale Verarbeitung für konfigurierbare Schlüsselbegriffe. Vollständig Air-Gapped betreibbar — kein Internet nötig.

EU AI Act Ready

KI-generierte Inhalte werden im UI gekennzeichnet inkl. Modell-Angabe (Lokal vs. Cloud). Routing-Entscheidungen sind nachvollziehbar und auditierbar.

Sicherheits-Checkliste nach Einrichtung

Maßnahme Priorität
Standard-Passwörter geändert (Datenbank, Admin-Account) Kritisch
Encryption Key und JWT Secrets neu generiert (min. 32 Byte) Kritisch
TLS-Zertifikat installiert und HSTS aktiviert Kritisch
Netzwerk: Nur Port 443 nach außen, interne Services isoliert Hoch
Routing-Modus und PII-Policy konfiguriert Hoch
Enterprise Policy formuliert und mit Policy Tester validiert Hoch
Regelmäßige Updates eingeplant (monatlich) Hoch
Audit Logs regelmäßig prüfen Standard
Backup-Strategie definiert und getestet Standard
SSO konfiguriert (falls gewünscht) Optional
Detection Sensitivity auf "High" für regulierte Branchen Optional
Air-Gap-Modus aktiviert (falls kein Internet gewünscht) Optional

15. Individualisierung & Branding

Jede Brane AIF Appliance kann vollständig an Ihre Organisation angepasst werden. Wir begleiten Sie von der Planung über die Inbetriebnahme bis zum laufenden Betrieb.

Unternehmens-Branding

Ihr Firmenlogo auf der Login-Seite, im Chat-Header und im Setup Wizard. Individuelles Farbschema passend zu Ihrem Corporate Design. Eigene Domain (z.B. ki.ihre-firma.de) mit verwalteten TLS-Zertifikaten.

Maßgeschneiderte KI-Konfiguration

Vorkonfigurierte Routing-Strategie und PII-Policies, zugeschnitten auf Ihre Branche. Enterprise Policy von unserem Team vorformuliert, basierend auf Ihren Compliance-Anforderungen. Modellauswahl optimiert für Ihre Anwendungsfälle (Geschwindigkeit vs. Qualität vs. Mehrsprachigkeit).

SSO & Verzeichnisintegration

Wir konfigurieren Azure AD, Okta oder Ihren OIDC-Provider von A bis Z. Gruppenbasierte Zugriffskontrolle, automatische Benutzerbereitstellung und Rollenmapping. Test und Validierung des kompletten Authentifizierungsablaufs vor Go-Live.

Netzwerk & Infrastruktur

Installation vor Ort oder remote in Ihrem Rechenzentrum oder Serverraum. Netzwerkkonfiguration inklusive Cloudflare Tunnel, Custom DNS und Firewall-Regeln. Integration in Ihren Monitoring-Stack (SNMP, Prometheus, Grafana).

Schulung & Onboarding

Admin-Schulung: Routing-Konfiguration, PII-Policies, Nutzerverwaltung, Audit Logs. Endanwender-Workshops: Effektives Prompting, Dokumenten-Upload, Projekt-Workspaces. Dedizierter Ansprechpartner während der Rollout-Phase.

Wissensdatenbank & RAG

Wir helfen beim Aufbau Ihrer Wissensdatenbank: Dokumenten-Import, Vektor-Indexierung und Retrieval-Tuning. Anbindung interner Wikis, SharePoint oder Dateifreigaben, damit die KI Fragen zu Ihren Unternehmensdaten beantworten kann — alles lokal verarbeitet.

Laufender Support & SLA

Monatliche Gesundheitschecks und proaktives Monitoring. Priority-Support mit garantierten Reaktionszeiten. Regelmäßige Sicherheitsupdates und Modell-Upgrades. Vierteljährliche Business Reviews mit Nutzungsanalysen und Optimierungsempfehlungen.

Tip

Full-Service, von A bis Z

Wir liefern nicht nur Hardware — wir begleiten Sie durch jeden Schritt. Von der Erstberatung und Compliance-Prüfung über Deployment und Schulung bis zum laufenden Betrieb. sales@ai-z-group.com

16. Troubleshooting

Appliance nicht im Browser erreichbar

  • Computer und Appliance im gleichen Netzwerk?
  • Ethernet-Kabel eingesteckt? LED am Port aktiv?
  • Versuchen Sie die IP-Adresse direkt (Router → Verbundene Geräte → „brane-aif“)
  • Appliance min. 90 Sekunden laufen lassen nach dem Einschalten

Setup Wizard erscheint nicht

Der Wizard zeigt sich nur beim allerersten Zugriff. Falls die Appliance bereits eingerichtet wurde, landen Sie direkt auf der Login-Seite.

Lokales Modell „Offline“

Das lokale Modell braucht 1–3 Minuten zum Laden nach dem Start. Warten Sie und aktualisieren Sie die Seite. Falls das Problem bestehen bleibt: Kontaktieren Sie den Support.

SSO-Login funktioniert nicht

  • Redirect URI korrekt? Muss exakt https://IHRE-DOMAIN/supabase/auth/v1/callback sein
  • Client Secret noch gültig? (Azure Secrets laufen nach 6/12/24 Monaten ab)
  • Nutzer in der IDP-Anwendung zugewiesen?

Langsame Antworten

Bei vielen gleichzeitigen Nutzern kann die Antwortzeit steigen. Das ist normal — die Appliance priorisiert automatisch. Bei anhaltend schlechter Performance: Kontaktieren Sie uns für ein Hardware-Upgrade.

Note

Support

Bei Problemen, die Sie nicht lösen können: support@ai-z-group.com

17. IDE- & Entwickler-Integration

KI-Erweiterungen in der IDE sprechen standardmäßig mit Cloud-Diensten. Da Brane AIF eine OpenAI-kompatible API bereitstellt, lassen sich gängige Entwicklerwerkzeuge auf die lokale Box umleiten — der Code bleibt im Haus.

Note

Was Sie brauchen

Einen API-Key (Admin → API Keys) und die Endpoint-URL Ihrer Box, z. B. https://api-brane.firma.de/api/v1.

Empfohlen: IDE-Chat (Cline / Roo Code / Continue)

  1. Erweiterung Cline (oder Roo Code / Continue) in VS Code installieren.
  2. Als Provider „OpenAI Compatible“ wählen.
  3. Endpoint-URL und API-Key eintragen, Modell wählen.

Der IDE-Chat läuft damit vollständig über die Box. Agentisches Coding (Dateien lesen, editieren, Aufgaben lösen) erfordert Tool-Calling (tools/tool_calls) — das unterstützt das Gateway noch nicht, es steht auf der Roadmap.

GitHub Copilot (nur Chat)

Über Manage Language Models → OpenAI Compatible lässt sich der Chat-Modus auf Brane umleiten.

Warning

Wichtig für die Souveränität

Die Inline-Code-Vervollständigung von Copilot bleibt technisch bei GitHub und lässt sich nicht umleiten; zudem sendet Copilot weiterhin Telemetrie an GitHub. Für vollständige Datensouveränität daher Cline oder Continue bevorzugen.

Claude Code

Die Box stellt ausschließlich das OpenAI-kompatible Gateway bereit — ein Anthropic-nativer Endpoint ist nicht verfügbar. Werkzeuge, die die OpenAI-API sprechen, können angebunden werden.

Weitere Clients

Aider, opencode sowie eigene Anwendungen und SDKs funktionieren mit derselben Endpoint-URL und demselben API-Key.

Verfügbare Modelle abfragen

Welche Modelle die Box anbietet, listet der Endpoint GET /api/v1/models auf — OpenAI-kompatibel und mit demselben API-Key (Bearer-Token) wie der Chat. Nützlich, damit Werkzeuge die Modellauswahl automatisch befüllen.

curl https://api-brane.firma.de/api/v1/models \
  -H "Authorization: Bearer <API-KEY>"

Note

Hinweis zum Routing

Das im Werkzeug gewählte Modell ist ein Wunsch — der Guardian entscheidet anhand von Routing-Modus und Inhalt, welches Modell tatsächlich antwortet. Im Modus Nur lokal verlässt grundsätzlich kein Code die Box.

18. FAQ

Brauche ich zwingend Cloud-Modelle?

Nein. Im Modus „Nur lokal“ läuft alles auf Ihrer Hardware. Keine Internetverbindung, keine API Keys. Volle Funktionalität inklusive Chat, Dokumenten-Upload und RAG.

Kann ich das KI-Modell später wechseln?

Ja, jederzeit über Admin-Dashboard → Einstellungen. Lokale und Cloud-Modelle sind unabhängig konfigurierbar. Kein Neustart nötig.

Wie viele Nutzer gleichzeitig?

Abhängig von Ihrer Lizenzstufe: Starter (5 Nutzer, 8 parallele Streams), Professional (25 Nutzer, 32 Streams), Business (100 Nutzer, 128 Streams), Enterprise (unbegrenzte Nutzer, 512 Streams). Jeder Nutzer hat vollständig isolierte Daten.

Kann ich SSO nachträglich aktivieren?

Ja. SSO kann jederzeit im Admin-Dashboard aktiviert, geändert oder deaktiviert werden. Bestehende Nutzerkonten bleiben erhalten.

Was passiert bei einem Update?

Updates werden von AI-Z als signierte Images geliefert und remote installiert — bei Air-Gapped-Boxen vor Ort. Sie erhalten vorab eine Ankündigung und Release Notes. Alle Daten, Einstellungen und API Keys bleiben erhalten. Downtime: unter 1 Minute.

Ist Brane AIF DSGVO-konform?

Ja. Im Local-Only-Modus verlassen keine Daten Ihre Infrastruktur. In Hybrid-Modi werden PII automatisch anonymisiert oder blockiert. Audit-Logs dokumentieren alles — ohne PII zu speichern.

Wie sichere ich meine Daten?

Automatische Backups werden lokal gespeichert. Zusätzlich empfehlen wir regelmäßige Sicherungen auf externe Medien. Details im Abschnitt „Backup & Updates“.

Mehrere Cloud-Provider gleichzeitig?

Ja. Sie können Keys für alle 7 Provider hinterlegen. Das Standard-Modell bestimmt den vorrangigen Provider. Nutzer können eigene Keys für alternative Provider hinterlegen.

Braucht die Appliance Internet?

Nur für Cloud-Modelle, Cloudflare Tunnel und Updates. Im Local-Only-Betrieb: Kein Internet nötig. Die Appliance funktioniert vollständig offline.

Fragen?

Unser Team hilft Ihnen gerne weiter.

Support kontaktieren